Laramie: Am Fuß der blauen Berge

  • Label
    PIDAX
  • Release
    2014 - 2017
  • Laufzeit
    18 neu synchronisierte Episoden

Wildes westdeutsches Fernsehen

Viele erinnern sich noch sehr genau: schwarzweißes Bild, drei Kanäle. Fühlt sich aus heutiger Sicht an, als wäre es schon ein Jahrhundert her.

Tatsächlich flackern in Deutschland die farbigen Bilder aber erst seit 1967 und die Ausweitung der Fernsehkanäle durch Privatsender begann in den frühen 1980ern. Bei so einem schmalen Rundfunkprogramm kann man sich vorstellen, wie hoch die Rivalität der Inhalte war.

Das dürfte vom Wilden Westen nicht weit entfernt gewesen sein.

David gegen Goliath

In den 70ern waren Wild-West-Filme und Western-Serien in Deutschland ganz hoch im Kurs. Bis heute wird die wohl berühmteste Western-Serie aller Zeiten »Bonanza« im Fernsehen wiederholt. Damals war der Cartwright-Familienclan der Platzhirsch, gegen den sich nur wenige durchsetzen konnten. Doch »Laramie - Am Fuß der blauen Berge« ist eine dieser Serien, die es in die Kindheitserinnerungen vieler Menschen geschafft hat.

Doch einfach war es damals trotzdem nicht für die Bewohner der Sherman-Ranch.

Slim Sherman (John Smith) und Jess Harper (Robert Fuller) im Saloon in Laramie

Seiner Zeit weit voraus. Zu weit.

»Am Fuß der blauen Berge« unterscheidet sich ganz radikal von anderen Serien, was Segen und Fluch zugleich war. Während in den allermeisten Erfolgsproduktionen Familien im Mittelpunkt stehen, ist die Sherman-Relaisstation eine WG — man könnte auch sagen Patchwork-Familie. Zusammengewürfelt aus verschiedensten Charakteren, die irgendwann irgendwie auf der Sherman-Ranch gestrandet sind.

In den USA war das ein absoluter Renner in den 60ern, als die Serie ausgestrahlt wurde.
Hierzulande wurde »Laramie« erst rund zehn Jahre später von der ARD synchronisiert und gesendet. Doch auch dann war Good Old Germany noch nicht so richtig bereit dafür.

Ausgenommen die (weibliche) Jugend. Diese verhalf nämlich seinerzeit dem Schauspieler Robert Fuller zu einigen BRAVO-Titelseiten.

Ein Greenhorn und ein alter Hase messen sich bei einem Schießwettbewerb

War das erfolgreich oder kann das weg?

Die Serie wurde nur einmalig ausgestrahlt und nie wiederholt, was Universal Studios damals als Flop verzeichnete. Und da ging der Rivalitätskampf auch wieder weiter.

Dieser Flop hatte nämlich zur Folge, dass mangels (extrem teurem) Lagerungsplatz in Hollywood die Bänder der deutschen Synchronisationsfassung vernichtet wurden – in der Annahme, in Deutschland werde sich kein Sender mehr dafür interessieren.

Wenn sie doch nur hätten absehen können, welche digitale Revolution bevor stand.

Jess und Slim kurz vor einer Schießerei im Saloon

Aus Hollywood über Japan nach HNYWOOD

Der Film- und Hörspielverlag PIDAX hat mit hohem Aufwand aus einer japanischen Version einen neuen Master für den deutschen Markt erstellt und sogar auch noch bildlich verfeinert.

Für die deutsche Synchronfassung standen uns keine Synchron-Tonspuren zur Verfügung, sodass wir zuerst aus den Originaltönen in unserem Synchronstudio synchronisierfähige Fassungen herstellen mussten. Und auch das Klangbild sollte an die Zeit angepasst werden, damit die Synchronisation so authentisch klingt wie aus den 60ern.

Heraus kamen am Ende 18 neusynchroniserte Episoden auf insgesamt 6 DVDs und eine Menge überglücklicher Menschen, die ihre nostalgische Sehnsucht nach Slim & Jess endlich stillen konnten.

Für diese Produktion standen viele Sprecher/innen am Mikrofon. Die wohl bekanntesten Stimmen waren Tommi Piper (Alf), Ekkehard Belle (Steven Seagal) und Hans-Georg Panczak (Star Wars: Luke Skywalker).

Synchros mit Herz und Bäm.

Made by filmmakers.


Wir bringen die Gefühle des Originals in die deutsche Sprache.